Mittwoch, 21. September 2016

Öffne die Tür zu deinem Herzen - Ajahn Brahm


Lotos Verlag / 12 € Gebunden / 160 S. / Erschienen 29. August 2016

Klappentext:

"Nicht Achtsamkeit allein, sondern »liebevolle Achtsamkeit« ist laut Ajahn Brahm der Schlüssel zu einem erfüllten, friedvollen Leben: Indem wir uns voller Mitgefühl mit uns selbst und unseren Mitmenschen verbinden, öffnet sich die Tür zu unserem Herzen. Wir erfahren dabei die grenzenlosen Möglichkeiten des gegenwärtigen Augenblicks und entwickeln eine innere Kraft, die nach außen strahlt und Gutes in die Welt bringt. Wie wir diese Geisteshaltung der liebevollen Achtsamkeit in uns entfalten können, zeigt der weltbekannte buddhistische Mönch auf einzigartige Weise: in klarer, alltagsnaher Sprache, gewürzt mit seinem sanften, unverwechselbaren Humor und illustriert durch sechs der berührendsten Geschichten aus seinen Bestsellern "Die Kuh, die weinte" und "Der Elefant, der das Glück vergaß"."

Eindruck:

Im Frühling diesen Jahres habe ich die Bücher des Autors und buddhistischen Mönchs entdeckt und war von der ersten Seite an begeistert. Sein Buch "Der Elefant, der das Glück vergaß" habe ich bereits hier rezensiert. Dieses kleine, wunderschön gestaltete Büchlein überzeugt ebenfalls mit viel Inhalt und Inspiration, auch wenn sich der Aufbau der beiden Bücher ein wenig unterscheidet.
Ajahn Brahm widmet sich hier dem Thema liebevolle Achtsamkeit in Verbindung mit Meditation. In diesem Sinne ist es ratsam, das Buch erst zu lesen, wenn man bereits meditiert oder vorhat dies zu tun. Ich als Laie in Sachen Meditation, konnte deshalb den Ausführungen Brahms nicht immer 100%-ig folgen, habe das kurze Lesevergnügen aber dennoch absolut genossen. Übrigens ist mein Drang jetzt umso größer, mir sein Buch über die praktische Anleitung zur Meditation zuzulegen und es selbst auszuprobieren. 
Brahm vermischt konkrete Ratschläge zu den beiden genannten Themen mit amüsanten Geschichten, die dem Leser den Inhalt metaphorisch näherbringen sollen. Dabei beschreibt er sehr detailliert die Phasen der Achtsamkeitsmeditation, mögliche Hindernisse und praktische Vorschläge, diese zu überwinden. Der Autor spricht hierbei gewöhnliche Probleme und menschliche Eigenschaften an, die auch unabhängig vom Thema Meditation nachvollziehbar sind und mit denen ich mich in den meisten Fällen identifizieren konnte. Aus diesem Grund konnte ich mir einiges an Denkanstößen und Inspiration herausziehen, auch ohne jemals meditiert zu haben. Hier eines meiner Lieblingszitate des Buches:

"In unseren inneren Monologen spinnen wir uns die Illusion zusammen, die das Leiden verursacht." 
(S. 49)

Besonders lobenswert ist die Tatsache, dass der Autor sowie seine Ratschläge niemals belehrend oder erhaben wirken, sondern vielmehr menschlich und alltagsnah sind.
Insgesamt ist es wieder ein Buch von Ajahn Brahm, in das man immer wieder hineinlesen kann und das viel Anlass zum Nachdenken und Ausprobieren bietet!






Herzlichen Dank an den Lotos Verlag für dieses Rezensionsexemplar.




Sonntag, 22. Mai 2016

Buchempfehlungen für warme Tage




Bestimmte Bücher vermitteln ganz bestimmte Stimmungen und besonders in den warmen Jahreszeiten wünsche ich mir Leichtigkeit mit Anspruch, Humor ohne Oberflächlichkeit und natürlich eine gute Portion Fernweh. Die folgenden fünf Bücher - eines davon ist leider nicht in meinem Besitz - verkörpern diese Stimmungen für mich auf ganz besondere Weise.


Karen Howes - Vacation Homes and Perfect Weekend Hideaways


Merrell Publisher / ca. 26 € Gebunden / 239 S. / Erschienen 1. Oktober 2007
(Coverrechte liegen beim Verlag)


Dieser Geheimtipp wird alle Reise- und Interiorintersssierte begeistern. Zahlreiche Fotografien zeigen Ferienanwesen in der ganzen Welt, dabei werden viele verschiedene Wohnstile illustriert und im recht kurz gehaltenen Text Hintergründe zur Architektur und der Gegend beschrieben. Mehr Reise- und Einrichtungsinspiration für den Sommer ist kaum noch möglich. Und wer dieses Jahr keinen Sommerurlaub geplant hat, kann sich bei der Lektüre sicherlich seinen ganz eigenen Urlaub zusammenträumen. 
Dieses Buch nehme ich mir jedes Jahr zu Beginn des Frühlings und bei aufkommendem Fernweg zur Hand. Gerade, weil man es immer wieder durchblättern kann und möchte, lohnt sich die Investition meiner Meinung nach voll und ganz.
Leider ist die Ausgabe in Deutschland teilweise nur noch gebraucht und zudem in englischer Sprache erhältlich. Aber hier gilt: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!


Maria Semple - Wo steckst du, Bernadette?


btb Verlag / 9,99 € Taschenbuch / 384 S. / Erschienen 12. Januar 2015
(Coverrechte liegen beim Verlag)


Inhalt: 

"Bernadette Fox ist chaotisch, überfordert – und ungeheuer liebenswert. Ihr Ehemann Elgie, der neue Hoffnungsträger bei Microsoft, mag ihren Witz. Und ihre verrückten Ideen. Irgendwie auch ihre Unsicherheit, wenn sie mal wieder von quälenden Ängsten heimgesucht wird. Die anderen Mütter, allesamt perfekt organisiert, halten Bernadette allerdings für eine Nervensäge. Verantwortungslos. Schließlich beschäftigt sie online eine indische Assistentin, die den Alltag für sie regelt. Zum Stundensatz von 0,75 Dollar reserviert Manjula den Tisch im Restaurant, erledigt mal eben die Bankgeschäfte und bucht den Familienurlaub in die Antarktis. Und für ihre 15jährige Tochter Bee, die kleine Streberin, ist Bernadette, na ja, eine Mutter. Bee kennt ja keine andere. Doch irgendwann beschließt Bernadette auszubrechen. Ihr wird das alles zu viel. Und auf einmal ist sie verschwunden …" 

Über dieses Buch möchte ich gar nicht allzu viele Worte verlieren, man sollte sich als Leser einfach hineinfallen lassen. Die Geschichte steckt voller Humor, Skurilität und außergewöhnlichen Charakteren, so dass der Leser hier schlicht und ergreifend durch pure Unterhaltung mitgerissen wird. Ein ausführlicherer Leseeindruck ist hier zu finden.  


Jenny Bond - An einem Tag im Mai


Dumont Verlag / 9,99 € Taschenbuch / 544 S. / Erschienen 16. November 2015
(Coverrechte liegen beim Verlag)


Inhalt:

"Amerika, Anfang der Dreißigerjahre. Iris McIntosh hat alles verloren: ihren Job, ihre Freunde, ihr Zuhause. Doch eine zufällige Begegnung mit der mächtigsten Frau des Landes, Eleanor Roosevelt, gibt ihrem Leben eine neue Richtung. Sie verschafft Iris Zugang zum innersten Zirkel des Weißen Hauses – in einer Zeit, als die Welt kurz vor einem neuen Krieg steht. Iris steigt zur Beraterin des Präsidenten auf, genießt den Glanz der Macht und die neuen Möglichkeiten, die sich ihr eröffnen. Als sie zwei besondere Männer trifft, muss sie sich entscheiden …"

Trotz klitzekleiner Schwächen konnte mich der Roman insofern begeistern, als dass er auf unterhaltsame, aber durchaus gut recherchierte Weise eine politisch brisante Zeit sowie die darin verwickelten politischen Persönlichkeiten beschreibt. Und wer auf Liebesgeschichten nicht verzichten möchte, wird hier ebenfalls auf seine Kosten kommen. Auch zu diesem Buch gibt es bereits eine Rezension, wer also mehr darüber lesen möchte, wird hier fündig. 


Elif Shafak - Der Architekt des Sultans


Kein & Aber Verlag / 24,90 € Gebunden / 600 S. / Erschienen 1. April 2015
(Coverrechte liegen beim Verlag)


Inhalt:

"Es ist einfacher, eine Brücke einzureißen, als eine zu bauen.« Istanbul im 16. Jahrhundert. Es ist die Blütezeit des Osmanischen Reichs, die Stadt das wimmelnde Zentrum des Orients, als Jahan auf einem Schiff im Hafen anlegt. Aus dem fernen Indien angereist, führt er einen weißen Elefanten mit sich, ein Geschenk seines Schahs für die Menagerie des Sultanspalasts. So beginnt ein episches Abenteuer, in dem sich der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Junge plötzlich im Herzen des mächtigen Reichs wiederfindet, inmitten des Prunks und des Reichtums. Ihm begegnen hinterlistige Höflinge, falsche Freunde, Zigeuner, Tierbändiger und die schöne Prinzessin Mihrimah. Doch es ist die Begegnung mit dem Hofarchitekten Sinan dem berühmtesten Baumeister der islamischen Welt , welche Jahans Schicksal für immer verändern wird. Gemeinsam bauen sie Moscheen und Paläste, Mausoleen und Aquädukte, die alle Zeiten überdauern sollen. Doch hinter Jahans neuem Glück lauern Intrigen und Kriege, deren Zerstörungswut größer scheint als alles Bestreben, Neues zu schaffen."

Es ist insgesamt eine ruhige, jedoch athmosphärische Geschichte über das Leben, Architektur, Intrigen und Weisheit. In ihrem Nachwort schreibt die Autorin, sie hoffe, die Geschichte werde den Lesern wie Wasser in ihr Herz fließen und genau so ist es mir bei der Lektüre ergangen. Der ausdrucksstarke Schreibstil lässt den Leser in die Welt Istanbuls im 16. Jahrhundert eintauchen. 
Letztlich gibt dieses exotische Buch einen fantastischen Einblick in das Osmanische Reich, dessen Kultur, Religion, den vielen außergewöhnlichen Charakteren und historischen Figuren und eignet sich wunderbar als Lektüre für warme Sommerabende.


Cecilia Ahern - Das Jahr, in dem ich dich traf


Fischer Krüger Verlag / 14,99 € Broschiert / 384 S. / Erschienen 19. Februar 2015
(Coverrechte liegen beim Verlag)


Inhalt:

"Jasmine liebt ihre Schwester und ihre Arbeit. Als sie für ein ganzes Jahr freigestellt wird, weiß sie überhaupt nicht mehr, was sie tun soll – und wer sie eigentlich ist.
Matt braucht seine Familie und den Alkohol. Ohne sie steht er vor dem Abgrund.
Jasmine und Matt sind Nachbarn, doch sie haben noch nie miteinander gesprochen. Da Jasmine so viel freie Zeit zu Hause hat, beginnt sie, Matt zu beobachten. Sie macht sich ihre Gedanken über ihn und fängt in ihrem Kopf Gespräche mit ihm an. Nur in echt will sie mit diesem Kerl nichts zu tun haben – dafür hat sie ihre eigenen, guten Gründe. 
Doch dann beginnt ein Jahr voll heller Mondnächte, langer Gartentage und berührender Überraschungen – ein Jahr, das alles verändert."


Auf dieses Buch bin ich eigentlich nur zufällig im Bücherregal meiner Mutter gestoßen. Ich würde mich weder als ein großer Fan der Autorin bezeichnen, noch habe ich viele ihrer Bücher gelesen. Dieses Buch gilt scheinbar unter Buchkritikern und Cecilia-Ahern-Fans eher als einer ihrer schwächeren Romane. Umso überraschender war für mich, wie wundervoll ich die Geschichte nach kurzen Anfangsschwierigkeiten fand. Die Protagonistin Jasmine wird durch äußere Umstände gezwungen, sich mit sich selbst und ihrer Umgebung auseinanderzusetzen. Dabei spielt vor allem ihre Schwester Heather eine entscheidende Rolle. Diese Geschichte lebt ohne Frage von den authentisch originellen Charakteren und der ganz besonderen Beziehung zwischen den beiden Schwestern, die einzigartig schön und tiefgehend ist. Warum ich dieses Buch mit Frühling und Sommer verbinde, liegt wahrscheinlich an der Leidenschaft, die Jasmine allmählich für sich entdeckt: das Gärtnern. Kurz gesagt: Hier kann man wirklich von einem "Wohlfühlbuch" sprechen, das mich auch zwei Monate nach der Lektüre immer noch nicht ganz losgelassen hat.



Freitag, 29. April 2016

Glück allein - Jochen Rack

ars vivendi Verlag / 18,90 € / 173 S./ Erschienen 4. März 2016



Klappentext: 

"Ob jung oder alt, Single oder verheiratet - alle streben nach Glück, und das traute Heim gilt vielen als der richtige Ort dafür. Aber die Umstände sind nicht immer so, dass man Glück allein findet. Viele finden, wenn es gut geht, nur das Glück des Alleinseins. Doch hin und wieder gelingt es auch, das Glück zu zweit. Und manchmal ist die Liebe stärker als der Tod."

Eindruck:

Von Zeit zu Zeit reizt es mich, Kurzgeschichten zu lesen. Allerdings gestaltet sich die Suche nach guten Kurzgeschichten nicht immer ganz problemlos, oftmals fehlt es mir an Handlung und Tiefgang. Die Kurzgeschichten von Jochen Rack schienen laut Klappentext all das von mir so häufig Vermisste zu bieten.
Tatsächlich lässt das Thema Glück viel Raum für Denkanstöße und vielfältige Handlungsstränge. Rack hat den Begriff Glück vor allem aus der Perspektive der Liebe aufgearbeitet. Zugleich fokussiert er sich auf moderne und realistische Alltagsgeschichten, die dem philosophischen Thema die Schwere und Abstraktheit nehmen. Dem Autor gelingt es, einen roten Faden zu spinnen, indem der Großteil der Figuren in den Kurzgeschichten miteinander verbunden sind. Dies kreiert eine Ganzheitlichkeit, die den einzelnen Geschichten mehr Gewicht verleiht und die Spannung während der Lektüre aufrechterhält. Die meisten Charaktere sind in Anbetracht des Genres außergewöhnlich facettenreich und tiefgehend beschrieben, gleichzeitig stellt der Autor durch zahlreiche Perspektivwechsel die Wirkung von Personen nach außen in der literarischen und realen Welt in Frage. Die realitätsnahen Handlungen und Figuren bieten für den Leser ausreichend Indentifikationspotenzial.
Wie bereits erwähnt nimmt die Liebe einen großen Stellenwert im Buch ein. An dieser Stelle war für mich die sexuelle Ebene zu ausgeprägt. Während mit der ersten und gleichzeitig grandiosen Kurzgeschichte eine authentische aber auch leicht philosophisch angehauchte Bearbeitung des Glücksbegriffs erfolgt, beschränken sich vor allem die Kurzgeschichten in der Mitte des Buches zu stärk auf sexuelle Probleme. Generell sind jedoch die philosophischen und intellektuellen Elemente im Buch positiv hervorzuheben. 
Insgesamt ein lesenswerter Kurzgeschichtenband, der dem Leser durchaus Denkanstöße bietet und aufzeigt: Wer zu sehr an der Idealvorstellung des Glücks festhält, dem entgehen die ganz realen und flüchtigen Glücksmomente.



Dieses Buch wurde mir als Leseexemplar zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!

Sonntag, 24. April 2016

Ein ganz neues Leben - Jojo Moyes

Wunderlich Verlag / 19,95 € Gebunden / 528 S. / Erschienen 24. September 2015



Klappentext: 

"Sechs Monate hatten Louisa Clark und Will Traynor zusammen. Ein ganzes halbes Jahr. Und diese sechs Monate haben beide verändert. Lou ist nicht mehr das Mädchen aus der Kleinstadt, das Angst vor seinen eigenen Träumen hat. Aber sie führt auch nicht das unerschrockene Leben, das Will sich für sie gewünscht hat. Denn wie lebt man weiter, wenn man den Menschen verliert, den man am meisten liebt? Eine Welt ohne Will, das ist für Lou immer noch schwer zu ertragen. Ein einsames Apartment, ein trister Job am Flughafen – Lou existiert, aber ein Leben ist das nicht. Bis es eines Tages an der Tür klingelt – und sich eine Verbindung zu Will auftut, von der niemand geahnt hat. Endlich schöpft Lou wieder Hoffnung. Hoffnung auf ein ganz neues Leben."

Eindruck:

Ich bin mit einer gewissen Skepsis an die Lektüre dieses Buches herangegangen, besonders aufgrund der Tatsache, dass die Erscheinung dieses Buchs als Folgeband zu "Ein ganzes halbes Jahr" von der Autorin ursprünglich nie geplant war. 
Eigentlich hatte ich mir von diesem Band eine berührende Geschichte über Trauerbewältigung, Neuanfänge und Lebensmut erhofft. Stattdessen hatte ich den Eindruck, dass die zentrale Handlung mit einigen neuen Charakteren hauptsächlich eine Aneinanderreihung von Klischees und übertriebener Dramatik war. Erstaunlicherweise haben mir die Nebenhandlungen weit besser gefallen. Hierbei stechen die Charakterentwicklung von Louisas Mutter, die Beziehung zwischen Lou und ihrer Schwester oder auch die Treffen im Rahmen einer Trauerbewältigungsgruppe positiv heraus, weil dies alles unglaublich realistisch, nachvollziehbar und amüsant beschrieben wurde. Ausschließlich im Rahmen dieser Nebenhandlungen ereignen sich die für den ersten Band so charakteristischen, tiefgründigen und ergreifenden Szenen.  
Ähnlich erging es mir mit den neuen Charakteren im Buch. Leider konnte mich keiner davon wirklich überzeugen, was unter anderem an der klischeehaften und wenig authentischen Wirkung einiger dieser Figuren lag. Andere Personen wiederum blieben zu oberflächlich, so dass eine emotionale Bindung zu ihnen beim Lesen nicht möglich war. Im Grunde war Lous Familie alleiniger Sympathieträger in dieser Geschichte. Überraschend und überaus gelungen war für mich zudem die Charakterentwicklung von Wills Mutter, in die ich mich als Leser im Vergleich zum ersten Teil diesmal unheimlich gut hineinversetzen konnte.
Erst im letzten Drittel des Buches konnte man die typischen und allseits hoch gelobten Elemente eines Jojo-Moyes-Romans wiederfinden. Es kam endlich zu inhaltlich spannenden und berührenden Momenten. Leider viel zu spät, um mich als Leser ingesamt zu überzeugen.
Letztendlich ist es ein Buch, das bei Weitem nicht an den vorherigen Teil heranreicht. Man merkt vor allem zu Beginn, dass die Autorin nicht genau wusste, wo diese Geschichte mit den entsprechenden Charakteren hinführen soll. 
Es ist an dieser Stelle schwierig, eine Empfehlung auszusprechen, wenn diesem Buch ein so grandioser Teil vorausgeht. Eingefleischte Will- und Louisa-Fans werden in diesem Band nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen, aber haben so wenigstens die Möglichkeit, Lou noch ein wenig zu begleiten.




Dieses Buch habe ich zusammen mit Olga vom Kanal "Mrs Bookmark" gelesen, die ihre Rezension in Videoform verfassen wird. Es war für mich ein tolles Leseerlebnis und interessanter Meinungsaustausch. 

Donnerstag, 7. April 2016

Lesevorhaben April-Juni 2016

Der Frühling ist wetter- und lesetechnisch eine bunte Mischung aus allem. Die folgenden Bücher sind eine kleine Auswahl meiner Frühjahrslektüre.



Wunderlich Verlag / 19,95 € Gebunden / 528 S. / Erschienen 24. September 2015
(Coverrechte liegen beim Verlag)


Inhalt: 

"Sechs Monate hatten Louisa Clark und Will Traynor zusammen. Ein ganzes halbes Jahr. Und diese sechs Monate haben beide verändert. Lou ist nicht mehr das Mädchen aus der Kleinstadt, das Angst vor seinen eigenen Träumen hat. Aber sie führt auch nicht das unerschrockene Leben, das Will sich für sie gewünscht hat. Denn wie lebt man weiter, wenn man den Menschen verliert, den man am meisten liebt? Eine Welt ohne Will, das ist für Lou immer noch schwer zu ertragen. Ein einsames Apartment, ein trister Job am Flughafen – Lou existiert, aber ein Leben ist das nicht. Bis es eines Tages an der Tür klingelt – und sich eine Verbindung zu Will auftut, von der niemand geahnt hat. Endlich schöpft Lou wieder Hoffnung. Hoffnung auf ein ganz neues Leben."

Lesemotivation:

Der baldige Kinostart zum ersten Teil "Ein ganzes halbes Jahr" hat mich wieder an diesen Roman erinnert. Die Geschichte um Louisa und Will hat mich sehr berührt, deshalb bin ich natürlich sehr neugierig, wie Louisas Leben weitergeht. Die Autorin greift hier ein Thema auf, das sicherlich viele beschäftigt: Wie geht das eigene Leben nach dem Verlust eines Menschen weiter? Ich hoffe auf eine gefühlvolle aber realistische Umsetzung. Und eins sei schon mal verraten: Zu diesem Buch wird es in jedem Fall eine Rezension geben.


dtv Verlag / 23,50 € Gebunden / 624 S. / Erschienen 1. Januar 2000
(Coverrechte liegen beim Verlag)


Inhalt: 

"Mysteriöse Briefe landen im Briefkasten der 15jährigen Sofie Amundsen in Oslo. Was sollen diese Fragen: »Wer bist du?«, »Was ist ein Mensch?« und »Woher kommt die Welt?«. Sofie ist irritiert. Die Briefe werden ausführlicher und entführen sie in die abenteuerliche und geheimnisvolle Gedankenwelt der großen Philosophen. Ihr unbekannter Briefeschreiber erzählt Sofie die Geschichte Europas, der Antike, des Mittelalters und der Renaissance und dann nimmt die Geschichte eine unglaubliche Wendung."

Lesemotivation:

Seit Jahren schwirrt mir dieses Buch im Kopf herum und wird mir - als Philosophieinteressierte - immer wieder empfohlen. Jetzt möchte ich es doch endlich mal in Angriff nehmen und in die Welt der Philosophie abtauchen. Wahrscheinlich wird das Buch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, da man - abgesehen von der doch beachtlichen Seitenzahl - sicherlich mit einigen interessanten Gedankengängen konfrontiert wird, aus denen man hoffentlich auch das ein oder andere mitnehmen kann. 


Rowohlt Verlag / 9,99 € Taschenbuch / 320 S. / Erschienen 1. Dezember 2012
(Coverrechte liegen beim Verlag)


Inhalt:

"Als Hemingway 1956 nach Paris zurückkehrte, ließ er sich aus dem Keller des Hotels Ritz seine alten Koffer bringen.
Sie enthielten Tagebücher und Aufzeichnungen aus den Zwanzigern, seiner Zeit als Auslandskorrespondent. 
Hemingway nahm sich diese frühen Notizen vor und formte daraus den Roman seiner Pariser Jahre. Für ihn war es eine glückliche, prägende Zeit, als er an der Seine angelte, bescheidene Gewinne beim Pferderennen in Champagner umsetzte, mit Gertrude Stein, James Joyce, Ezra Pound und F. Scott Fitzgerald zusammentraf."

Lesemotivation:

Paris, F.Scott Fitzgerald und die Zwanziger - eine zu verlockende Kombination, als dass es noch länger ungelesen bleibt. Bisher war ich noch recht zögerlich, was diesen viel diskutierten Autor betrifft. Aber für Literaturliebhaber letztendlich doch unumgänglich! 


C.H. Beck Verlag / 19,95 € Gebunden / 519 S. / Erschienen 30. Dezember 2015
(Coverrechte liegen beim Verlag)


Inhalt: 

"Saint-Malo 1944: Die erblindete Marie-Laure flieht mit ihrem Vater, einem Angestellten des "Muséum National d'Histoire Naturelle", aus dem besetzten Paris zu ihrem kauzigen Onkel in die Stadt am Meer. Verborgen in ihrem Gepäck führen sie den wahrscheinlich kostbarsten Schatz des Museums mit sich. 
Werner Hausner, ein schmächtiger Waisenjunge aus dem Ruhrgebiet, wird wegen seiner technischen Begabung gefördert und landet auf Umwegen in einer Spezialeinheit der Wehrmacht, die die Feindsender der Widerstandskämpfer aufzuspüren versucht. Während Marie-Laures Vater von den Deutschen verschleppt und verhört wird, dringt Werners Einheit nach Saint-Malo vor, auf der Suche nach dem Sender, der die Résistance mit Daten versorgt..."

Lesemotivation:

Abgesehen davon, dass ein historischer Roman nie in solch einer Bücherauswahl fehlen darf, spricht mich die Inhaltsbeschreibung unheimlich an. Rein vom Klappentext erwarte ich einen Roman mit außergewöhnlichen Charakteren, spannenden Handlungssträngen und interessantem Setting. Die bisherigen Rezensionen zum Buch loben nicht nur die Geschichte, sondern auch den besonderen Schreibstil des Autors. Klingt also mehr als vielversprechend - Rezension folgt!


Piper Verlag / 9,99 € Taschenbuch / 256 S. / Erschienen 10. Dezember 2012
(Coverrechte liegen beim Verlag)


Inhalt:

"»›Hannah Arendt‹ war der schwierigste Film, den ich je gemacht habe«, sagt Margarethe von Trotta. Die große Denkerin Hannah Arendt fühlte sich zeitlebens nur ihrem eigenen Verstand verpflichtet. Sich ihr zu nähern heißt für Trotta daher, »einem Menschen beim Denken zuzuschauen«. Das Begleitbuch eröffnet einen Blick hinter die Kulissen des Films und erzählt die spannende Geschichte seiner Entstehung."

Lesemotivation:

Je mehr Bücher ich von oder über diese Philosophin lese, desto faszinierter bin ich. Obwohl ich den Film mittlerweile in und auswendig kenne, freue ich mich schon darauf, weitere Einblicke in den Film und die Hintergrundgeschichte zu bekommen. Ich denke, dieses Buch spricht nur eine kleine Sparte von Lesern an, aber wer weiß, vielleicht kann ich den ein oder anderen darauf aufmerksam machen...



Donnerstag, 31. März 2016

Ein ganzes Leben - Robert Seethaler


Goldmann Verlag / 9,99 € Taschenbuch / 192 S. / Erschienen 18. Januar 2016

Klappentext:


"Als Andreas Egger in das Tal kommt, in dem er sein Leben verbringen wird, ist er vier Jahre alt, ungefähr – so genau weiß das keiner. Er wächst zu einem gestandenen Hilfsknecht heran und schließt sich als junger Mann einem Arbeitstrupp an, der eine der ersten Bergbahnen baut und mit der Elektrizität auch das Licht und den Lärm in das Tal bringt. Dann kommt der Tag, an dem Egger zum ersten Mal vor Marie steht, der Liebe seines Lebens, die er jedoch wieder verlieren wird. Erst viele Jahre später, als Egger seinen letzten Weg antritt, ist sie noch einmal bei ihm. Und er, über den die Zeit längst hinweggegangen ist, blickt mit Staunen auf die Jahre, die hinter ihm liegen."

Eindruck:

Das erste Wort, das mir zu Robert Seethalers Geschichte einfiel, war Nüchternheit. Am Anfang der Lektüre war ich verwundert, wie nüchtern und direkt der Autor über schlimme Ereignisse in Eggers Leben schreibt. Nach Beendigung des Buches wurde mir jedoch klar, dass es sich hier eigentlich nicht um Nüchternheit, sondern vielmehr um Einfachheit handelt. Seethaler dramatisiert nicht, er bleibt jedoch auch bei Weitem nicht oberflächlich. Spektakuläres wird unspektakulär beschrieben; Trauriges wird nüchtern erzählt - so scheint es. Ihm gelingt es jedoch, in einfache Beschreibungen so viel Bedeutung zu legen, dass der Leser zum einen in die Geschichte hineingezogen wird, zum anderen beim Leser unglaubliche Gefühlsregungen während der Lektüre entstehen, weil der Autor genügend Raum dazu lässt. Ich hatte am Ende das Gefühl, den Protagonisten unheimlich gut zu kennen, weil ich sein ganzes Leben emotional begleitet habe und dennoch würde es mir schwer fallen, eine detaillierte Charakterbeschreibung über ihn abzugeben. Dies macht das Buch so außergewöhnlich. Robert Seethaler findet die richtige Balance zwischen Leichtigkeit und Tiefgang und liefert mit seiner Erzählung eine glaubwürdige und authentische Version des alltäglichen Lebens im 20. Jahrhundert. Die Nebencharaktere sind mir hingegen bis zum Schluss eher fremd geblieben, vielleicht auch weil sie nicht wirklich viel zum Fortgang der Geschichte beitragen und meist nur kurze Zeit in Eggers Leben verweilen.
Wer kurze aber eindringliche Geschichten über das Leben, den Tod, Hoffnung und Akzeptanz lesen möchte und sich dabei noch gerne ins 20. Jahrhundert zurückversetzen lässt, sollte sich dieses Buch unbedingt näher anschauen - ich bin jedenfalls schon sehr neugierig auf seine anderen Werke.





Herzlichen Dank an den Verlag, der mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.



Samstag, 19. März 2016

Der Elefant, der das Glück vergaß - Ajahn Brahm

Lotos Verlag / 16,99 € Gebunden / 240 S. / 14. April 2015



Klappentext:

"Niemand versteht es so gut, tiefe buddhistische Weisheit auf humorvolle und unterhaltsame Art zu präsentieren, wie Ajahn Brahm. Mit großer Leichtigkeit und unnachahmlichem Charme vermittelt er zeitlos gültige Weisheit, die im Innersten berührt und einen ganz neuen Blick auf das eigene Dasein schenkt. Ein Buch, das lauthals zum Lachen bringt und auch zu Tränen rührt – für alle Menschen, die auf der Suche nach einem glücklichen Leben sind."

Eindruck:

Abgesehen von der wunderschönen Gestaltung steckt dieses schmale Buch voller Weisheit, Witz, Hoffnung und Lebensbezug. Auch Leser, die zuvor noch nicht mit dem Buddhismus in Berührung kamen - so wie ich - werden in dieser Lektüre auf besondere Weise angesprochen. Ajahn Brahm hält mit seinen Erzählungen, Gleichnissen und Erfahrungen für jede Lebenssituation die passenden Ratschläge bereit, ohne dabei belehrend zu sein. Dabei spricht er ein breites Themenspektrum an, das sich von Liebe, Glück, Güte und Achtsamkeit über Stress, Angst und Depression bis hin zu Vergebung und Tod erstreckt. Durch die kurzen aber inhaltlich dichten Kapitel gelingt diese bemerkenswerte Variation an Themen. Dieses Buch hebt sich von anderen Büchern der Sparte ab, weil Spiritualität und Religion nicht als Ideal im Vordergrund stehen, sondern das alltägliche Leben in den Blick genommen wird. Gleichzeitig enthalten die Erzählungen autobiographische Elemente, was dem Leser einen viel direkteren Bezug zum Autor ermöglicht.
Besonders gelungen ist die Einbindung älterer buddhistischer Weisheiten, die dem Leser die buddhistische Religion in seinen Ursprüngen anschaulich näher bringen. Man erfährt beispielsweise einiges über das Leben eines buddhistischen Mönchs im Kloster. An dieser Stelle hätten im Verlauf des Buches für meinen Geschmack ruhig mehr Informationen über den Buddhismus einfließen können, obwohl mir natürlich bewusst ist, dass das Buch vorrangig eine ganz andere Intention hat. Nichtsdestotrotz hat dieses Buch mein Interesse für den Buddhismus geweckt und gehört wahrscheinlich zu den wenigen Büchern, die man als Leser auch nach der ersten Lektüre noch öfters zur Hand nehmen wird.
Brahms Buch bietet einen humorvollen Zugang zu der buddhistischen Denk- und Lebensweise und ist deshalb für alle auf diesem Themengebiet interessierten Leser eine Empfehlung! 





Vielen Dank an dieser Stelle an den Lotos Verlag, der mir dieses Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.